Sardiniens Süden

Fast eine Woche sind wir in Is Solinas, denn es ist jetzt jeden Tag Wind für 7-10er Kites. Am Ufer wurde viel Grünzeug angespült, das man beim Kiten super als Slider oder als Wendepunkt nutzen kann. 


In circa zehn Tagen müssen wir schon die Fähre nehmen, daher fahren wir nun weiter. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Porto Pino finden wir fünf Kilometer vor Chia einen schönen  Übernachtungsplatz an einer Bucht. Leider sind unsere Wohnmobile zu breit, um bis ans Ende des Weges zu fahren. Helge muss wegen der Schlaglöcher und Sträucher an der Seite sowieso schon sehr vorsichtig fahren und an der einzigen Steigung drehen die Vorderräder durch. Aber er schafft auch die letzten Meter noch bis zum einsamen „Stellplatz“. 


Mit der Drohne gelingen uns hier ein paar schöne Aufnahmen bei Sonnenuntergang und auch am nächsten Morgen.

Manchmal muss man auch die Leiter verlängern 😉 Nach dem Frühstück geht es weiter nach Chia. Vorbei an Flamingos, die es hier so häufig gibt wie bei uns Tauben.


Chia hat wieder mal unglaublich schöne Strände mit karibischen Wasserfarben. Natürlich müssen wir uns auch die mit der Drohne von oben ansehen. 


Es ist noch ziemlich früh und wir beschließen weiter zu fahren, auch wenn es hier so schön ist. Unser nächstes Ziel ist nämlich auch sehr vielversprechend: Villasimius. Aber zunächst müssen wir durch die Inselhauptstadt Cagliari und auch langsam mal tanken. Das ist jedoch umständlicher als gedacht, denn man muss erst seine Karte in einen Automaten stecken, und kann dann für maximal hundert Euro tanken. Da 300 Liter in unseren Tank passen, muss ich die Prozedur also drei Mal wiederholen, bis der Tank voll ist. Und merkwürdige Verkehrsschilder gibt es hier auch:

Als wir in Villasimius ankommen, regnet es kurz. Das erste Mal im gesamten Urlaub bisher.


Der dazugehörige Strand am Capo Carbonara ist aber wieder ein Highlight. Wir parken zwischen den Bäumen direkt am Spot und bleiben zwei Tage. Der Wind ist sehr böig, aber die Wasserfarben entschädigen das. Schöner kann es in der Karibik auch nicht sein. Obwohl es tief ist, kann man überall den sandigen Grund sehen. Nach 2 Stunden hat sich auch eine schöne kleine Welle aufgebaut. Wir nutzen den Tag und gehen kiten. 


Auch hier gibt es einen Torre zu dem man in zwanzig Minuten wandern kann. Wir genießen dort den Sonnenuntergang bei einem Sundowner-Bier. 


Am nächsten Morgen fotografieren wir die ganze Bucht bei schönem Licht noch einmal von oben.

Sardiniens Westküste

Ich hatte ja schon angedeutet, dass wir jetzt mehr Fotos von oben knipsen, da wir uns eine Drohne zugelegt haben. Doch zunächst sah es gar nicht so rosig aus, da DJI eineinhalb Monate gebraucht hat, um den GPS-Fehler zu reparieren. Beziehungsweise hat es so lange gedauert und statt einer reparierten, haben wir eine komplett neue Drohne bekommen. Am letzten Tag vor der Abfahrt und nur, weil ich zufällig zu Hause war. Aber jetzt ist alles gut. Wir fotografieren kaum noch mit der Kamera, dafür gibt’s Fotos aus der Vogelperspektive.

Unser Weg nach Sardinien führt uns zunächst über die gleiche Route wie letztes Jahr auf dem Weg nach Süden: Am ersten Tag bis kurz vor Freiburg, am zweiten Tag durch die Schweiz bis Norditalien. Da wir bis zur Fähre in Livorno noch einen Tag Zeit haben, wollen wir uns noch Pisa ansehen. Das scheitert jedoch an der alten Stadtmauer, unter der wir nicht hindurch passen. Als die Straßen immer enger werden und wir keinen anderen Weg zu dem Stellplatz in der Stadt finden, haben wir die Nase voll und fahren ans Meer. Den schiefen Turm haben wir zumindest aus der Ferne gesehen.

Nach einer ruhigen Nacht auf der Fähre erreichen wir pünktlich um sieben den Hafen von Olbia auf Sardinien. Es ist Westwind angesagt und wir fahren zunächst drei Stunden über enge Straßen und Serpentinen nach Nordosten um in San Pietro auf der Lagune zu Kiten. Leider gibt’s davon keine Fotos, da wir beide erstmal aufs Wasser wollen. Und das Wasser hat wirklich karibische Farben. Nach dieser guten Session fahren wir weiter zu unserem ersten Übernachtungsplatz am Strand von Stintino. Hier ist es noch einmal schöner. Der Strand besteht aus schneeweißen Steinchen. Unglaublich schön. 


Hier bleiben wir ein paar Tage, dann fahren wir die Westküste runter. Wir finden noch einen einsamen Stellplatz, der nur offroad erreichbar ist. Da Josi aber noch arbeitet und dazu Handy- bzw. Internet benötigt, wir aber keinen Empfang haben, suchen wir uns einen anderen Platz. 

Über einen schöne, kurvenreiche Panoramastraße fahren wir weiter und landen eher zufällig in Mari Ermi. Der Platz ist unter Surfern bekannt, aber nicht als Stellplatz beschrieben. Trotzdem stehen hier schon Wohnmobile. Wir stellen uns dazu und bleiben auch hier ein paar Tage. Auch dieser Strand ist bisher einer unserer Favoriten. Jeden Nachmittag setzt eine Thermik ein, die gerade so fürs Hydrofoilen mit dem Kite reicht. Überhaupt kann man hier sehr gut foilen und es gibt hier auch viel mehr Foiler als bei uns. Heute bin ich allerdings allein auf dem Wasser und es ist mega schön. Hier stoßen unsere Freunde Annika und Helge zu uns, die ab jetzt die nächsten Urlaubswochen mit uns verbringen. 

Am nächsten Tag geht es weiter nach Süden. Nach den Dünen südlich von Pistis fahren wir zu Marina di Arbus. Kurz hinter dem Ort endet die Teerstraße. Über Schotter geht es weiter, jedoch wird es plötzlich sehr steil, Auswaschungen queren den Weg, die erste Flussdurchfahrt ist einfach. Steil und holperig geht es wieder bergauf. Im ersten oder zweiten Gang schleichen wir durch das Gelände. Helge und Annika immer noch hinter uns. Respekt! Wir hätten es nie für möglich gehalten, dass ihr neues Wohnmobil diese schlechte Strecke schafft. Zwar auch langsam, ab und zu den Grip verloren, aber sie haben es geschafft. Noch eine Flussdurchfahrt mit größeren Steinen, aber dann relativ einfache Piste. 


Belohnt werden wir mit Piscinas: einer grandiosen Dünenlandschaft neben einem verlassen wirkendem Hotel. Hier bleiben wir zwei Nächte. Auch ein paar andere Offroader und kleine Wohnmobile finden den Weg hierher.


Auf  unserem Weg nach Süden müssen wir durch eine alte Minenstadt und schließlich durch den Ort Ingurtosu. Hier führt die Straße mitten durch ein Haus. Unsere Vermutung, dass unser Truck dort nicht hindurch passt, hat sich bestätigt. 

Für Annika und Helge kein Problem, aber wir sind breiter und höher und müssen umdrehen. Für uns bedeutet das einen Umweg von drei Stunden. Den ganzen Weg zurück, und durch die Berge im Landesinneren nach Süden. Am Abend treffen wir uns in Porto Botte wieder, einem bekannten Surfspot. Noch ein paar Kilometer weiter ist der Strand von Is Solinas, ebenfalls ein guter Kitespot, an dem auch eine Wohnmobilentsorgung liegt. Hier gehen wir in den nächsten Tagen kiten, denn es ist Nordwestwind angesagt, der hier noch verstärkt wird, weil der Wind sich durch zwei Inseln zwängen muss. Am ersten Tag reicht der Wind wieder nur fürs Foilboard, aber dann geht sogar der 7er Kite. In Is Solinas befindet sich auch eine nagelneue Unterkunft unseres Sponsors KiteWorldWide, wo wir in den kommenden Tagen unser Lager aufschlagen. Vor allem Patrizias (die gute Seele des Hauses) Kaffee ist super lecker und es gibt jeden Morgen selbst gebackenen Kuchen.

Am Strand haben wir noch einen Kiter aus Venedig kennengelernt, der einen Unimog fährt, und damit auf der Ostroute schon bis Südafrika gefahren ist.  Er war auch schon auf Island und an vielen anderen Orten mit dem Wagen. 


Bisher können wir sagen, dass die Italiener, die wir bisher kennengelernt haben, sehr freundlich und hilfsbereit sind. Wir wurden mehrfach zu Pasta eingeladen, man hat uns kostenlos ein Haus für den Urlaub hier angeboten, Rosen geschenkt, und war jederzeit trotz Sprachbarrieren sehr bemüht. 

Einzig die Ver- und Entsorgung für Wohnmobile ist etwas schwierig. Viele Stellplätze haben keinen Mülleimer und keinen Wasseranschluss. Auch das Abwasser kann man fast nirgends los werden. Kostenpflichtige Stellplätze und Campingplätze haben entweder noch geschlossen oder liegen nicht auf unserer Route und sind weit voneinander entfernt. Daher muss man oft etwas Zeit aufbringen, um eine Möglichkeit für die Entsorgung zu finden. Auch eine zweite Kassette für die Toilette ist in der Vorsaison sinnvoll.

Nun stehen uns noch die Süd- und Ostküste bevor… Aber zunächst gehen wir heute wieder kiten, denn es soll noch ein paar Tage windig bleiben 😊!

So schön ist es in der Lüneburger Heide

Hallo liebe Mitleser! Wir waren im Winter nicht mit dem LKW unterwegs, daher gab es nicht viel zu berichten. Aber nun sind wir wieder on the road.

Im Norden war an diesem Wochenende kein Wind und zusätzlich leider Bewölkung angesagt, so dass wir keine Lust hatten, bis ans Meer zu fahren. Josi kümmert sich gerade um Finja, die Hündin ihres Kollegen, der zur Zeit im Urlaub ist. Da wir Finja eine schöne Zeit bereiten wollen, haben wir uns einen Stellplatz ausgesucht, der von uns nur eine Stunde entfernt ist und von dem aus man gut Gassi gehen kann. Unser erster Ausflug mit dem LKW ging dieses Jahr also nicht an die Küste, sondern nach Süden in die Lüneburger Heide.

Der Stellplatz liegt in Oberhaverbeck zwischen Baumreihen und ist gleichzeitig PKW-Parkplatz. Der Parkautomat hat noch Winterpause, sodass wir nichts zahlen mussten.

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Trotz des schönen Wetters war kaum etwas los. Schon nach einigen Metern ist man mitten in der Heide. Ich wusste gar nicht, wie schön es hier ist! Und das quasi direkt vor der Haustür. Es gibt jede Menge Wanderwege und ausreichend Bänke für die Pausen. Vor allem ist es unglaublich leise! Die Wanderwege sind teils sandig, teils bewachsen. Es geht Hügel hinauf und wieder hinunter. Wie gerne würde ich mit LKW hier durch fahren! Wir wandern in ca. zwei Stunden zum Wilseder Berg. Von dort aus hat man einen erstaunlich guten Blick über die weitläufige Heidelandschaft.

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Auf so einen langen Spaziergang waren wir gar nicht vorbereitet und hatten leider nichts zu trinken dabei. Wenigstens Finja konnte unterwegs aus kleinen Bächen trinken. Eine Kamera hatten wir auch nicht dabei. Die Bilder haben wir alle mit dem Handy gemacht. Der nächste Ort ist Wilsede und näher als unser Parkplatz. Dort kann man bestimmt etwas trinken. Also laufen wir diesen kleinen Umweg und kehren in der „Milchhalle“ ein. Wilsede ist sehr klein und nicht mit dem Auto erreichbar. Nur zu Fuß, mit dem Rad oder per Kutsche. Dementsprechend ruhig ist es auch hier.

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Nach weiteren zwei Stunden sind wir wieder am Parkplatz. Ungefähr zehn Kilometer sind wir gelaufen. Finja bestimmt 30. Alle drei sind erschöpft. Wenn die Heide blüht, wollen wir weiderkommen. Die Lüneburger Heide ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

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Materialupdate für die Saison 2017

Jetzt wird´s etwas technisch. Bevor die Saison jetzt so richtig los geht, haben wir noch einige To Do´s auf der Liste: Auch dieses Jahr standen einige Reparaturen und Updates am LKW an: Vier neue Stoßdämpfer wurden wurden eingebaut, da die alten nach 20 Jahren keine Wirkung mehr zeigten. So sehen die neuen aus:

 

Bei der Wiederinbetriebnahme der Elektroinstallation stellte sich heraus, dass der Shunt defekt war. Statt 12 Volt zeigte er 255 Volt an und ließ sich nicht mehr verstellen, so dass man auch nicht erkennen konnte, wie voll die Batterien sind. Nach einem kurzen Telefonat mit der Firma Philippi schickte ich den defekten Shunt ein und bekam noch in der gleichen Woche einen neuen zurück, obwohl die Garantiezeit schon vor kurzem abgelaufen ist. Klasse Service! Jetzt läuft wieder alles.

Schon letztes Jahr haben wir bemerkt, dass eine Fensterdichtung von KCT undicht ist. Auch hier wurde schnell und unkompliziert geholfen. Uns wurde kostenlos eine neue Dichtung inkl. einer DVD mit Einbauvideo zugesendet und gleichzeitig angeboten, die Reparatur ebenfalls kostenlos beim KCT-Servicepartner Kerkamm in Elmshorn durchführen zu lassen.

Das diesjährige Update-Highlight ist jedoch die neue Reifendruck-Regelanlage STIS (Semiautomatic Tire Inflation System). Die habe ich mir bei meinem Kumpel Martin abgeguckt. An einer zentralen Steuerbox, die an den vierten Druckluftkreis des LKW angeschlossen ist, kann man (im Stand) den gewünschten Druck einstellen. Von der Steuerbox aus wurde zu jedem Reifen eine Druckluftleitung bis zu einem Schlauchdepot gelegt. Die Reifenventileinsätze wurden herausgedreht und eine Schnellkupplung auf das äußere Gewinde der Ventile geschraubt. Dadurch ist ein größerer Luftdurchsatz möglich als vorher, d.h. Luft ablassen oder aufpumpen geht schneller. Jetzt kann man einfach die Spiralschläuche aus den Depots ziehen und per Schnellkupplung auf die Reifen stecken, bei denen man den Luftdruck ändern möchte. Auch das geht nun schneller, als bei jedem Reifen einzeln die Ventilkappe ab- (und später wieder auf-)zuschrauben, und mit dem Manometer neben jedem einzelnen Reifen zu warten, bis der richtige Druck anliegt. Um bei Nichtgebrauch den Druckverlust im Gesamtsystem zu vermeiden, kann man hinten an der Steuerbox ein Ventil schließen, so dass die Druckluft nur bis zum Ventil anliegt und das Regelsystem quasi drucklos ist. Zusätzlich gibts noch eine Schnellkupplung, an die man weitere Druckluftgeräte anschließen könnte.

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Und hier noch ein Thema, das eigentlich nichts mit Kitesurfen, Reisen, Offroad oder LKW zu hat, uns aber demnächst begleiten wird: Vielleicht gibt es bald auch Bilder von oben, denn wir haben uns eine Fotodrohne zugelegt: Die DJI Mavic Pro. Leider hatte die sofort beim ersten Flug einen GPS-Fehler und wir konnten nur ein einziges Foto schießen. Von oben sieht er richtig klein aus 😉 und ja, trotz Berg und Bäumen gehört das immer noch zu Hamburg…

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Laut DJI soll der Reparaturprozess 10 – 15 Werktage dauern. Es hat jedoch allein 10 Werktage gedauert, bis wir eine Empfangsbestätigung bekommen haben. Hoffentlich kommt der Vogel bald zurück. Wir brauchen ihn bald… denn in Kürze geht es los nach Sardinien!

Wir halten euch auf dem Laufenden.

Brasilien – Mekka der Kitesurfer

Nachdem ich euch ja schon über die An- und Abreise berichtet hatte, gibt es jetzt noch ein paar Zeilen zum eigentlichen Urlaub. Der Norden Brasiliens, genauer gesagt die Region nordwestlich von Fortaleza ist bei Kitesurfern schon lange kein Geheimtipp mehr. Aufgrund der geografischen Lage und lokaler Effekte ist es dort in der zweiten Jahreshälfte durchweg sehr windig, dazu sonnig mit warmer Luft und warmen Wasser.

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Ich bin diesmal mit zwei Freunden unterwegs. Wir haben eine Unterkunft in Barra Grande gebucht und einen Transfer vom Flughafen dorthin organisiert. Wir laden das Kitegepäck auf den SUV und fahren los. img_7622Die Fahrt vom Flughafen dauert gute sieben Stunden. Unterwegs machen wir einen Halt zum Essen. Vom Buffet an der Straße ist für jeden was dabei und für umgerechnet drei Euro werden wir satt. In Camocim müssen wir umsteigen. Die Autos werden getauscht und das Gepäck auf einen andern SUV umgeladen. Keine Ahnung warum, aber wir kommen schließlich sicher in Barra Grande an und können sogar noch unseren ersten Caipi trinken. Die Unterkunft liegt direkt am Strand. Wir wohnen in Stelzenhäusern und aufgrund des Windes gibt es sogut wie keine Mücken.

Besonders gut gefällt mir, dass die Straßen aus Sand sind und ich die ganze Zeit barfuß laufen kann. img_7782img_7780In den nächsten Tagen gehen wir sehr viel Kiten – dazu sind wir schließlich hier. Die Kiterwelt ist mittlerweile so klein geworden, dass wir beim Frühstück ausschließlich auf Bekannte treffen: drei Freundinnen aus Berlin/München, zwei Pärchen aus Hamburg und eines aus den Niederlanden. Die Pousada ist quasi fest in unserer Hand 😉

Direkt vor der Tür können wir aufs Wasser. Je nach Tidenstand ergeben sich andere Bedingungen. img_7640img_7663k-_dsc0157k-_dsc0171

Bei Flut kann man in der ca. 2 Kilometer entfernten Lagune Flachwasser genießen, muss aber abends die Strecke auch wieder zurück kreuzen, wenn man nicht 50 Real für den Transfer per Eselkarren zahlen möchte. img_7757Zeitlich zwischen Ebbe und Flut fährt man noch ein Stück weiter und landet nach Überqueren der Flussmündung in Macapa. Unzählige Sanddünen umgeben von Flachwasser ergeben ebenfalls einen unglaublichen Spielplatz für Kiter. Mittags findet man hier sogar eine Möglichkeit, etwas zu essen oder zu trinken. Daher hat man besser immer etwas Geld in der Badehose. img_7720img_7683img_7707img_7694img_7686img_7684

In Barra Grande gibt es viele Möglichkeiten Essen zu gehen. Wir sind entweder im Manga Rosa, wo es diesmal das beste Filet Mignon gibt oder im Bandoleiros mit den besten Caipis. Genau dazwischen kann die Eisdiele gut an uns verdienen. Eis mit Ovomaltine-Geschmack sag ich nur. img_7644k-_dsc0120k-_dsc0180k-_dsc0182

Nach zehn Tagen geht es weiter zur nächsten Unterkunft in Tatajuba, in der Nähe von Jericoacoara. Dorthin geht es nur per 4×4. Von Camocim aus nehmen wir die Fähre (auf die nur ein Auto passt). Schon hier wären wir mit unserem LKW nicht weiter gekommen. img_7814img_7820img_7831img_7830Anschließend geht es offroad über feinen weißen Sand, trockene Flussbetten, über eine schmale Brücke (auch hier unmöglich für den LKW) und den letzten Rest am Strand entlang.

Diesmal wohnen wir in einer Pousada von KiteWorldWide. Und wieder treffen wir Bekannte aus den letzten Jahren. Besonders am Abend sieht der Pool einladend aus, aber wir haben es nie geschafft, den Abend einmal dort zu verbringen. Unser Appartement befindet sich direkt über dem Kitestorage, so dass wir einen herrlichen Ausblick über die gesamte Lagune haben. Ich hätte hier auch einfach jeden Tag sitzen und vom Balkon gucken können… aber wir sind ja zum Kiten hier! Je nach Tidenstand ergeben sich auch hier unterschiedliche Reviere…img_7910img_7909

Jeden Tag ist Wind, meistens so ab 11 Uhr. Zweimal fahre ich den 9er, sonst immer den 7er Vegas. Neben der Lagune vor der Haustür, welche gleichzeitig eine Art Flussmündung ist, gibt es etwas weiter eine zweite Lagune, die nur bei sehr hoher Tide voll wird. Wir haben den Urlaub extra so gelegt, dass wir bei Vollmond dort sind und Flut möglichst tagsüber ist. Vom Balkon aus kann ich ungefähr abschätzen, wann die Lagune voll läuft und bin dementsprechend meistens der erste dort, während die anderen sich schon auf der „normalen“ Lagune auspowern oder einen Downwinder machen. Das Wasser in der zweiten Lagune ist dann erst knapp zehn Zentimeter tief aber spiegelglatt. Ich habe meist nur zehn Minuten, bis jemand merkt, dass man da jetzt auch kiten kann, und es dauert nicht lange, bis noch jemand kommt. Den meisten ist es jedoch zu flach und sie verschwinden schnell wieder. In den nächsten Tagen steigt die Flut immer höher und es ist mehr Platz dort. Alle guten Fahrer wollen an der Wasserkante fahren und es wird langsam eng, auch wenn es nur fünf Leute sind. Weiter unten fahren auch ein paar Leute, so dass man bei hohen Sprüngen oder beim Loop schon gut aufpassen muss, dass die Bahn frei ist. Trotzdem ist es hier immer mega gut. Alle freuen sich, wenn jemandem etwas neues gelingt und jubeln teilweise sogar. Jeder gönnt dem anderen hier seinen Erfolg. Es macht echt Spaß, mit den Locals Blödsinn zu machen. Auf dem Wasser versteht man sich, auch wenn man der Sprache nicht mächtig ist.

Eine weitere Lagune liegt ein paar Kilometer im Landesinneren. Dort ist es sehr böig, aber es gibt Dünen, die bis an die Wasserkante heran reichen und mir wieder einen schönen Spielplatz bieten. Wie in Dakhla kann hier auf die Düne klettern und mit dem Kite herunterspringen. Auch wenn die Dünen hier nur 3 bis 5 Meter hoch sind, macht es trotzdem Spaß.img_7899

Man kann sich per Buggy auch bis nach Jericoacoara bringen lassen und dann mit dem Wind zurück kiten. Allerdings habe ich für mich festgestellt, dass mir das keinen Spaß mehr macht und ich lieber Druck auf der Kante und Flachwasser habe.img_7848img_7893img_7865img_7872

Mittlerweile kennt man alle anderen Gäste und es stellt sich schnell ein familiäres Gefühl ein. Auch hier schmecken die Caipis sehr gut, also ist das erste Getränk des Abends gesichert, noch bevor man sich umziehen kann. img_7923img_7912Neben dem Essen in unserer Pousada kann man noch in zwei kleine Fischerhütten ausweichen oder im Dorf bei den Einheimischen essen. Da wir uns aber nach dem täglichen Kiten kaum noch bewegen können, wählen wir immer die kürzeste Strecke. An unserem letzten Abend gibt es noch ein Lagerfeuer am Strand. img_7961img_7954

Die zehn Tage hier sind ebenfalls viel zu schnell vergangen. Nach drei Wochen muss ich zum ersten Mal wieder Socken und Schuhe anziehen. Allein das Barfußlaufen ist ein Grund, wiederzukommen.

Wieder in der (Service-)Wüste

Im November bin ich mit zwei Freunden, jedoch ohne Josi und ohne Beach Explorer zum Kitesurfen nach Brasilien geflogen. Allerdings war das zunächst gar nicht so einfach wie es klingt. Ich widme diesem Flugerlebnis daher einen Extrablog:

Der Hinflug

Am Tag vor dem Abflug höre ich auf dem Weg zur Arbeit wie immer Radio. In den Nachrichten wird bekannt gegeben, dass die Lufthansa ihren 13ten Streik in diesem Jahr (der nur bis heute dauern sollte) um einen Tag verlängert. Neeeeeiiiiiiiin! Das betrifft mich!

Gleich morgens rufe ich die Hotline an. Dort kann man mir noch nicht genau sagen, ob mein Flug auch betroffen ist. Ich soll um 10 Uhr erneut anrufen. Mein Telefonat um 10 Uhr (mit 20 minütiger Wartezeit) ergibt das gleiche wie zuvor. Ich soll um 14 Uhr noch einmal anrufen. Der Mitarbeiter am Telefon gibt mir noch den Hinweis, dass ich mir die APP „Check my trip“ herunterladen soll, dort meinen Flug angeben kann und immer auf dem Laufenden gehalten werde. Humbug: In der APP wird heute noch angezeigt, dass der Flug stattfindet/stattgefunden hat.

Na toll. Im Laufe des Tages versuche ich mehrfach, die Hotline oder andere Lufthansa-Telefonnummern zu erreichen. Mal wird nach langer Wartezeit automatisch aufgelegt, mal erscheint eine Ansage, dass ich später wieder anrufen oder die Internetseite nutzen soll. Da ich eigentlich alles über Condor gebucht habe, versuche ich es auch dort, allerdings ohne Erfolg, da der Zubringer bis Frankfurt durch Lufthansa erfolgt.

Da ich ja nun irgendwie bis zum nächsten Morgen nach Frankfurt kommen muss, buche ich mir kurzerhand selbst eine Bahnfahrkarte und Josi bringt mich schon am Vorabend zum Bahnhof. Wenn ich um 7 Uhr in Frankfurt ankommen will, bleibt mir erstmal keine bessere Alternative als die Nacht in einem fast leeren IC zu verbringen. Immer ein Auge auf das Surfgepäck, welches im Vorraum steht, da es zu groß für die Gepäckfächer ist.


Etwas übermüdet, aber ohne Umsteigen und ohne Verspätung (Danke Bahn!) komme ich am Frankfurter Flughafen an. Zum ersten Mal habe ich Business Class gebucht und freue mich, dass vor mir keine Schlange am Business Schalter ist. Leider dauert die Freude nicht allzu lang. Die nette Dame erklärt mir, dass das Flugzeug leider in Afrika einen Triebwerkschaden hatte und nun ein Ersatzflieger von Hifly (nie gehört) beschafft wurde. Dort gibt es leider keine Business Class. Grrrrrrr… na der Urlaub fängt ja gut an. Wenigstens erhalte ich ein Formular, mit dem ich mir den Mehrpreis zurück erstatten lassen kann. Und einen Gutschein für die Business Lounge (die noch zu hat, na geil) und einen Gutschein fürs Boardshopping. Ich soll was kaufen, was ich nicht brauche und es dann im Urlaub mit mir herum schleppen? Ich setze den Gutschein auf dem Rückflug ein… Wenigstens holt ein Mitarbeiter meine Boardbag direkt am Schalter ab und ich muss sie nicht selbst zum Sperrgepäck schleppen. Und in der downgegradeten Klasse gibt es trotzdem viel Platz, um sich ein paar Stunden Schlaf zu gönnen.



Der Flug klappt anschließend problemlos (ohne Entertainment, da nicht alle Fernseher funktionieren und die Super-8 Kasseten nur englisch sind). Wir kommen pünktlich an und das Gepäck ist auch vollständig. Hier mal ein Bild von der Entertainmentzentrale aus den 80er Jahren:


Im Urlaub treffen wir Freunde, die zwei Wochen vor uns den Rückflug antreten. Sie sind vom 14ten(?) Streik der Lufthansa betroffen. Ihre Angehörigen regeln die Umbuchungen für sie von Deutschland aus. Einer von ihnen hat mehr als 500(!) Mal bei der Hotline angerufen, bis er durchgekommen ist. Wahnsinn. Mittlerweile gibt es Facebookartikel, die die Lufthansa als Bodenhansa bezeichnen.

Der Rückflug:

Wir starten mit ca. 40 Minuten Verspätung, die wir jedoch komplett aufholen können. Sehr gut. Mein 50-minütiger Anschlussflug von Frankfurt nach Hamburg startet ebenfalls mit 40 Minuten Verspätung, weil die Crew noch nicht vollzählig ist! Ich habe Hunger. Josi und ich sind zum Frühstück verabredet, aber bis 11 Uhr schaffen wir es jetzt nicht mehr. Wir haben uns dann eine Alternative gesucht. Ein erneutes Danke an die Bodenhansa.

Die Rückabwicklung:

Auf dem Downgradeformular stand zum Glück drauf, wie man die Rückerstattung beantragt. Das habe ich bereits online in die Wege geleitet. Für die Rückerstattung des ausgefallenen Fluges habe ich nach zwanzig Minuten in der Bodenhansa-Warteschleife die Auskunft, dass ich das bei Condor reklamieren muss, da ich alles über Condor gebucht habe. Nach weiteren zehn Minuten in der kostenpflichtigen Condor-Warteschleife bekam ich die Auskuft, dass ich das auf der gleichen Seite reklamieren soll, auf der ich bereits das Downgrade reklamiert habe. Zu den zwei Reklamationen habe ich jetzt nur eine Eingangsbestätigung erhalten. Eine fehlt noch… mal sehen, wie das endet und ob sich da überhaupt etwas tut in dieser Wüste. Sandwüsten sind mir lieber…

Wochenend-Nomaden 

Es ist mal wieder Zeit, den Blog etwas zu füttern und ein paar Zeilen zu schreiben. Wir sind zwar nicht mehr großartig verreist, aber seit wir Ende Juni von unserer dreieinhalb-monatigen Reise durch Marokko und Südeuropa zurückgekehrt sind, haben wir mit dem Beach Explorer regelmäßig Wochenendausflüge an die Küste unternommen. Wir waren mit der Stranddeko-Truppe in Holland, mit Freunden in Dänemark, Cuxhaven, St. Peter-Ording, auf Fehmarn, am Darß und an anderen Stränden der Ostsee. Und da das AMR-Outdoortreffen bei uns in der Nähe stattfand, haben wir uns auch einen Tag lang noch viele andere schöne Offroader angesehen. Seit unserer Reise haben wir aber die große Kamera nicht mehr angefasst, so dass es nur ein paar Impressionen von der Handykamera gibt.

Mit Freunden im dänischen Sand



In St. Peter-Ording


Im Hamburger Hafen mit der Queen

Die Kugelbake in Cuxhaven


Stranddeko-Treffen am Ijsselmeer in Holland

 

Im Oktober waren wir bei der Kinopremiere von „Chapter One“ in Hamburg, die von KiteWorldWide präsentiert wurde. Wir durften exklusiv vor dem Kino parken und standen für Fragen rund um das Auto oder der Reise zur Verfügung. 

Für alle Technikfreunde gibts hier noch ein paar Updates: Erstmal haben wir unser Sonnensegel entsorgt. Der Keder war zu dünn für die Schiene, man muss immer das Tuch, Stangen, Seile und Heringe irgendwo verstauen und vor allem war das Aufbauen schon zu zweit eine Herausforderung. Faltenfrei ging das nie und eine leichte Brise hat gericht, um das Ding zum Flattern zu bringen. Jetzt haben wir eine relativ leichte Markise von Fiamma, die schnell auf- und abgerollt werden kann und die vor allem bei Regen schon ihre Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Die Markise sieht niedrig aus, ist aber in 2,20 Metern Höhe.

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Um den Wagen für die norddeutsche, dunkle und feuchte Jahreszeit noch etwas aufzurüsten, haben wir zunächst die Batteriekapazität von 160 auf 320 Ah Lithium-Ionen verdoppelt. Letzten Winter war es immer etwas knapp, wenn Kühlschrank und Heizung Strom ziehen, keine Sonne scheint und die Lichtmaschine auch keinen Strom liefert, weil wir länger als eine Nacht und einen Tag irgendwo gestanden haben. img_7124

Und weil mehr Batterie auch mehr Ladung benötigt, haben wir zu den vier vorhandenen Solarmodulen noch zwei hinzugefügt und nun 600 WP Solar auf dem Dach. Bis jetzt läuft die neue Kombination super, aber es ist ja auch erst November und der kürzeste Tag war noch nicht…image5

An der restlichen Technik ist alles gleich geblieben. Direkt nach unserer Rückkehr wurde ein  Ölwechsel vorgenommen und der völlig vergammelte Trittschalter für die Motorbremse erneuert. Das war ja das einzige Teil, was uns in Marokko kurz Sorgen bereitet hat. Die Bremse hinten links wurde repariert, dort waren zwei Federn gebrochen, was ich nur bemerkt habe, weil der Reifen und die Felge im vergleich zu den drei anderen sehr viel heißer waren. Zu guter Letzt gab es noch einen sehr umfangreichen Korrosionsschutz von Timemax, der den Wagen für die nächsten Jahre gegen Rost schützen soll.

Wenn ich das so lese, war das ja doch schon wieder einiges… und ein paar Punkte auf der Liste fehlen noch 😉

Josi hat mittlerweile ihr Studium abgeschlossen und ist in die Arbeitswelt eingetaucht. Da es mir hier zu kalt wird, werde ich den LKW kurz einmotten und im November zum Kiten nach Brasilien fliegen. Wir wünschen Euch daher viel Spaß im Herbst und eine schöne Vorweihnachtszeit!